Winterthur, eine Reise wert!

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Von der Winterthur Versicherung hat wohl schon jeder mal gehört, aber deswegen fährt man nicht gleich nach Winterthur, oder? Es handelt sich hier um das nachgesetzte charmante Oder , welches der Schweizer gerne an seine Sätze  hängt….

Nun gut, ich jedenfalls habe mich dafür interessiert, nach meinem Auftritt im Konrad Ferdinand Meyer Haus in Kilchberg mit unserem Erika und Klaus Mann Abend und einem Kurzaufenthalt in Zürich,  Winterthur kennenzulernen.

Winterthur - eine Reise wertWinterthur - eine Reise wert

Winterthur - eine Reise wert

Der Friedhof in Kilchberg, die letzte Ruhestätte der meisten Mitglieder der Familie Mann.

Klaus Mann ist in Cannes begraben, Golo Mann wollte nicht ins Elterngrab, und ist am anderen Ende des Friedhofes in einem Einzelgrab beigesetzt.  Thomas Mann hat immer ein untrügliches Gespür für besondere Orte gehabt, und so ist auch die letzte Ruhestätte, der Friedhof in Kilchberg ein unglaublich schöner und idyllischer Ort der letzten Ruhe.


Aber bevor ich auf Einladung von Winterthur Tourismus auch die Stadt erkunde, bin ich zu Gast in der Kartause Ittingen, circa 25 Minuten von Winterthur entfernt.

Die Kartause Ittingen ist ein kontemplativer Ort zwischen Natur und Kultur, ein Ort der Einkehr, der Kontemplation, des Verweilens und auch ein beliebter Seminarort. Mein Eindruck ist, dass es Gott sei Dank keiner der spirituellen Orte ist, der schon zu überlaufen ist. Ich finde jedenfalls eine angenehme Atmosphäre vor. Die Besucherzahl ist zum Zeitpunkt meines Aufenthalts Ende Mai übersichtlich angenehm. Während 700 Jahren lebten Mönche in der Kartause Ittingen: Zuerst 300 Jahre die Augustiner, ab 1461 bis zur Auflösung des Klosters 1848 die Kartäuser. Danach war die Kartause Ittingen bis 1977 in Privatbesitz. Seit 1982, nach umfangreichen Renovierungs-und Umbauarbeiten, betreibt die privatrechtliche Stiftung Kartause Ittingen in den ehemaligen Klostergebäuden unter dem Leitspruch“ Erhalten und Beleben“ ein lebendiges Kultur und Seminarzentrum mit einem vielfältigen Angebot. Ich spüre sofort, das der Ort ein Wohlfühlort ist, eben weil er von meinem Empfinden her noch kein so touristisch überlaufener Spot ist, wo dann im Grunde die Idee der Kontemplation gar nicht mehr funktionieren kann…..

Die Kartause Ittingen strahlt eine friedvolle Energie aus. Hier kann man zur Ruhe kommen, und wie wunderschön: Die Mauern der Kartause sind umrankt von Rosen, welche in alter Tradition hier seit Jahrhunderten wachsen und gepflegt werden. Darüber hinaus findet sich das Rosenmotiv  überall in den Gebäuden auf zahlreichen Abbildungen wieder. Heute besitzt die Kartause Ittingen die größte Sammlung an historischen Rosensorten in der Schweiz.

Zum ersten Mal sehe ich hier auch bewusst den Rosenkäfer, ein circa Maikäfer großer Brummer, mit grünlich glänzend schimmerndem Kleid.

In der Kartause Ittingen lädt der Innenhof des Restaurants die Mühle mit Plätscherbrunnen zum Verweilen ein. Die Gastronomie des Restaurants ist gehoben, selbstverständlich auch im Preis. Aber über Preise müssen wir in der Schweiz nicht reden, das versteht sich von selbst, das sie nicht vergleichbar sind mit unseren in Deutschland. Auf dem Gelände der Kartause Ittingen befinden sich zudem ein Klosterladen, ein Gutsbetrieb, das Kunstmuseum Thurgau, das Ittinger Museum, betreutes Wohnen mit Werkbetrieben, das Tecum, ein Zentrum für Spiritualität , Bildung und Gemeindebau.

Der Ittingen Walk

Seit 2002 findet man die Klanginstallation der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff im Museum. Der Besucher, ausgestattet mit einem CD Player und Kopfhörern, und den Anweisungen folgend, macht sich auf einen viertelstündigen Gang durch Raum und Zeit durch das Kloster.

Geführt durch eine virtuelle Person, die scheinbar dicht hinter den Besuchern geht, begegnen diese zum Beispiel der ehemaligen Besitzerfamilie Fehr beim Mittagessen, nehmen Teil am Bauernaufstand von 1524, und treffen die Mönche beim Singen in der Kirche.

Als Besucher wird man geradezu hinein gesogen in die Geschichtenwelt, die diese Klostermauern schon erlebt haben.

Eine sehr eindrucksvolle Arbeit um Raum und Zeiterlebnisse eines historischen Ortes lebendig zu machen.

 

Beeindruckende Installation aus dem Ittingen Walk!

 

Im Restaurant die Mühle 

 

Das Bubble Hotel, hier hat der Gast die Möglichkeit, mit Sicht in den Sternenhimmel zu übernachten.

Es ist buchbar unter:

www.himmelbett.cloud

 

Wer also die Gegend um Winterthur erkunden möchte, und etwas fernab von den herkömmlichen Pfaden wandeln möchte, und die kontemplative Einkehr schätzt, dem sei die auch landschaftlich schön gelegene Kartause Ittingen anempfohlen.

 

www.kartause.ch

www.tecum.ch

www.kunstmuseum.ch

 

Winterthur entdecken

Winterthur entdecken!

 

In Winterthur, der sechst größten Stadt der Schweiz,  “leben die glücklichsten Frauen der Schweiz, und die zweitglücklichten Männer der Schweiz“, sagt mir Thomas Hunziker, der Verantwortliche u.a für die Presseanfragen bei Winterthur Tourismus strahlend…..

 

Nun ja, ich finde selbst auf Anhieb einige Wohlfühl Faktoren vor. Die Stadt empfängt mich neben dem schönen Wetter mit einer Atmosphäre, die ich am treffendsten als gemütlich bezeichnen würde. Alles ist unaufgeregt, kein Vergleich zu Zürich sagt Hunziker.

Mir kommt Zürich ja schon im Vergleich zu anderen  Metropolen entschleunigt vor. Angeregt durch den Besuch des Kulturortes Weiertal von Maja von Meiss denke ich in diesen Tagen viel über den Begriff Refugium (der Titel der diesjährigen Biennale dort) nach.

 

Auch die Schweiz ist ja in gewisser Weise selbst ein Refugium in Europa. Gut leben hier setzt voraus, sich den Lebensstandard leisten zu können, der sicherlich in Europa einer der höchsten ist. Das schafft natürlich auf der anderen Seite auch Exklusion, denn wenn man sich diesen Standard nicht leisten kann, ist die Schweiz als Lebensort auch anstrengend.

 

Tourismus

Indien beispielsweise, ist für den Schweizer Tourismus ein wichtiges Land. Nicht nur, dass es seit Jahrzehnten Filmkulisse für Bollywood Filme ist, es sei nur genannt der Bollywood Erfolgsfilm chori chori chupke chupke, möchte man auch zunehmend Individualreisende ansprechen, deshalb ist kürzlich der junge Bollywood Schauspieler Ranveer Singh als Markenbotschafter für die Schweiz gewonnen worden. Die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt hat also noch enormes Entwicklungspotential als Besucherkundschaft.

 

Bevor ich einen Kulturfeiertag ( am nächsten Tag ist Christi Himmelfahrt) einlege, und einige der wichtigsten Museen besuchen möchte, mache ich am ersten Tag zunächst eine geführte Stadtwanderung mit Audio Guide.

 

Dieser ist ganz schön aufgebaut, nämlich durch ein fiktiven Dialog der Kunststudentin Anna Wölfflin ( deren Urgroßvater gebürtiger Winterthurer und ein bekannter Kunsthistoriker war), und dem ehemaligen Stadtbaumeister von Winterthur Carl Wilhelm Bareiß ( 1860- 1871)

So hat man das Gefühl, einer lebendigen Unterhaltung beizuwohnen, die sich angenehm von den herkömmlichen Audio Guides abhebt.

 

Ich erwähne hier nur einige Highlights. Besonders gut hat mir die Stadtkirche St. Laurentius gefallen, die, so erfahre ich im Dialog der beiden Genannten, einige Besonderheiten zu bieten hat.

Unter dem Bodenniveau auf dem Kirchplatz der  heutigen Stadtkirche St. Laurentius liegen nämlich die Fundamente von insgesamt sechs früheren Kirchen. Der älteste Bau war eine Holzkirche aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Die untersten Teile des schmaleren Nordturms stammen aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert. Die Stadtkirche, wie sie sich uns heute zeigt, entstand Anfang des 16.Jahrhunderts.

Die Winterthurer Stadtkirche hat zwei unterschiedliche Türme! Der Südturm wurde erst Mitte des 15. Jh. gebaut.

Die schönen Wasserspeier , der bekrönte Drache – wie im Märchen der Hüter des Schatzes…

Apropos Schatz …der heilige Laurentius, dem die Stadtkirche geweiht ist, hat ja bekanntlich den Kirchenschatz an die Armen verteilt und wurde dafür verbrannt…

erfahre ich weiter aus dem Dialog Anna Wölfflins mit dem Baumeister Bareiß.

 

Die beiden Protagonisten führen uns ins Innere der Kirche, wo sie mit weiteren Besonderheiten aufwarten.

 

Wölfflin: Wie kommt  es eigentlich, dass Winterthur´s reformierte Kirche eine Orgel besitzt? – Das habe ich bisher nicht herausgefunden!

Bareiß: Tja, das ist wirklich eine schöne Geschichte!

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Orgel vom Kloster Salem veräußert. Eigentlich hatte St. Gallen den Zuschlag bekommen, doch der Gesandte hatte zunächst nach St. Gallen reiten müssen, um Bericht zu erstatten und das Geld zu holen…

Der Winterthurer Bürger Jakob Ziegler-Pellis war schneller, legte in Salem das Geld auf den Tisch und verkündete, er nehme die Orgel mit.

So kam es, dass Winterthur die erste Gemeinde nach der Reformation im Kanton Zürich war, die wieder eine Orgel hatte.

Wölfflin: Bestimmt  wurde der arme St. Galler Gesandte so lange festgehalten, bis der Orgelhandel abgeschlossen war…

Bareiß: Das ist jetzt aber reine Spekulation…

Wölfflin: Nun aber sagen Sie mal, werter Herr Bareiß —- hätten Sie sich so eine reformierte Kirche von innen vorgestellt?

Bareiß: … nein, wahrhaftig nicht. Diese Wandmalereien sind genauso untypisch wie die großartige Orgel!

Anna Wölfflin: Und was sagen Sie als Architektur- und Kunstkenner:

Aus welcher Zeit schätzen Sie die Malereien an den Wänden?

Bareiß: Also wenn ich es nicht besser wüsste – sie ähneln jedenfalls in ihrer Machart an byzantinische Kunst. Aber dafür sind die Farben viel zu kräftig und außerdem kann ich mich nicht erinnern, dass diese Wandmalereien schon zu meiner Zeit existiert hätten…und drittens: sind wir hier in der Schweiz und nicht in Italien…

Wölfflin: Nun gut, ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen:

Die Wandmalereien stammen von Paul Zehnder, der sie in den Jahren 1923-1930 gemalt hat. Er verwendete Mineralfarben, da er hoffte, sie würden mit der Zeit verblassen – normalerweise tun sie das auch, jedoch nicht wenn sie in Innenräumen verwendet werden.

Bareiß: Jedenfalls erscheint mir die Stadtkirche Winterthur ein Unikum zu sein –  (erstaunt) eine reformierte Kirche, die nachträglich bemalt  wurde…..

 

 

Weiter geht’s …zum Wilden Mann,  die Geschichte dieses Hauses fand ich recht amüsant………

Gasthof zum Wilden Mann
Hier am Obertor, im Haus Nr. 3, befand sich der Gasthof zum Wilden Mann, in dem schon Napoleon der Dritte auf seiner Durchreise übernachtete.

Der Gasthof fungierte zu dieser Zeit auch als Poststelle. Die Wirtin Nanette wusste sicher über die genauen Beziehungen der Winterthurer Bürger Bescheid. Unter dem Decknamen „die schöne Christine“ leitete sie die Briefe zwischen Napoleon dem Dritten und seiner Mutter Hortense hin- und her.

Der Mann der Nanette konnte nicht besonders gut mit Geld umgehen. Er scherte sich nicht um seine Pflichten als Familienvater und machte ihr das Zusammenleben schwer.

Daher ließ sich seine Frau von ihm scheiden und heiratete den Oberkellner ihres Gasthofes, nicht zuletzt um die Schulden ihres Mannes zu begleichen.


Mein Kulturfeiertag

Hier einige Empfehlungen für einen Museumstag in Winterthur:

Besonders erwähnen möchte ich hier die Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz, und das Museum Oskar Reinhart, das Kunstmuseum und das Naturmuseum.
Des weiteren hat Winterthur u.a noch das Fotomuseum zu bieten, das Museum Schloss Hegi, die Kunsthalle, das Gewerbemuseum, das Technorama, eines der größten Science Center Europas, sowie diverse historische Gebäude wie das Barockhuesli am Stadtgarten, das Stadthaus, das alte Spital, die Villa Sträuli, das Waaghaus , die ebenfalls einen Besuch wert sind.

 

Das Kunstmuseum

Winterthur-Kunstmuseum
Der Annexbau des Kunstmuseums!
Das von den Züricher Architekten Gigon & Guyer entworfene Gebäude wurde mit privaten Mitteln finanziert und ist für Wechselausstellungen gedacht in der internationale, zeitgenössische Kunst ausgestellt wird.
Das durch die Sheddächer von oben einfallende Tageslicht bringt die Werke ganz besonders gut zur Geltung!
Das Kunstmuseum beherbergt eine bedeutende Sammlung von Werken der klassischen Moderne bis zur Gegenwart, wie Werke von Monet, van Gogh, Rodin, Picasso, Klee, Mondrian, Arp, Richter und Merz – um  nur einige zu nennen.
Die zauberhafte Parkanlage des Museums Oskar Reinhart am Römerholz

Toulouse Lautrec

Jetzt weiß ich endlich, wo mein Lieblingsbild von Toulouse Lautrec hängt. Am Römerholz!

Es sind die kleinen Akzente, die mir in dieser charmanten Stadt Winterthur gut gefallen. Die Kunst im urbanen Stadtraum, und auch die Qualität der Winterthurer Museen ist erstaunlich. Der Kunstinteressierte findet in Winterthur zahlreiche gute Museen. Das sicher besondere Haus von der Lage ist die Sammlung und das Museum Oskar Reinhart des Schweizer Industriellen Oskar Reinhart am Römerholz. Man sollte einmal mit dem Museumsbus hinauffahren bei schönem Wetter, allein um das Anwesen zu genießen, und im Museumscafe mit Blick über Winterthur und die schöne Parkanlage sitzen. Die gleiche Idee wie ich hatte an diesem Tag dann auch der geschätzte Kollege Bruno Ganz, der munter aus dem Museumsbus stieg, der mich wieder zurück bringen sollte.

 

Als früher Toulouse Lautrec Fan freue ich mich, eines meiner Lieblingsbilder,- den weiblichen Clown Cha-u-Kao…in der Sammlung zu finden. Ich wusste nicht, dass es in Winterthur hängt. Mir wäre außerdem lieber, das Bild würde bei mir zu Hause hängen.J

Des weiteren findet sich eine beachtliche Sammlung, wie Renoir, Cranach, Delacroix, Daumier, Manet, Cezanne, van Gogh, Maillol….

 

Sehr gefallen von der Ästhetik und Aufmachung und dem pädagogischen Angebot hat mir das Naturmuseum 

Naturkundemuseum Winterthur

 

Ein gutes vegetarisches Restaurant in Winterthur

www.tibits.ch

 

Das bareware, ein verpackungsfreies Geschäft

Geht doch! Davon machen nun immer mehr auf!

bareware in winterthur

 

Das nenne ich doch mal ein innovatives kirchliches Angebot!

Das kleinste Haus von Winterthur in der autofreien Altstadt.

Das kleinste Haus von Winterthur in der autofreien Altstadt.

 

Jede Neugierige muss auch mal einen Abend ruhen, so habe ich es mir fest vorgenommen , aber dann doch nicht geschafft, der Besuch von  Karl´s kühne Gassenschau. Ein Publikumsmagnet!!

 

http://www.karlskuehnegassenschau.ch

 

Einen interessanten Einblick in die Historie der Stadt bieten auch die diversen  Stadtwanderungen, über die sie bei Winterthur Tourismus ( im HBF) weiteres erfahren können, wie zum Beispiel die Eulachführung, die Stadtführerin Katja Kündig kundig! und unterhaltsam durchführt.

 

Also, ein Besuch in Winterthur lohnt durchaus!

Das größte Umweltfilm-Festival der Schweiz nahm seinen Anfang in Winterthur:

Um möglichst viele Menschen auch außerhalb der Wohnzimmer zu erreichen, führt Filme für die Erde bereits seit sieben Jahren ein jährliches Festival durch. Immer an einem Freitag Ende September, immer sechs Filme, immer in über 17 Städten in der Schweiz – das macht das Filme für die Erde ­Festival zum größten Umweltfilm -­Festival der Schweiz. Ein wichtiger Teil des Festivals ist das Schulkino am Vormittag, an dem drei Filme eigens für Schulklassen ausgewählt und aufgeführt werden. 2016 wurde es von 10.000 Schülerinnen und Schülern besucht, Tendenz steigend. „Die Lehrpersonen schätzen das Angebot sehr und wir bekommen viel positives Feedback“, sagt Alina Glückstadt, die bei Filme für die Erde für die Kommunikation verantwortlich ist. „Wir zeigen den Schulklassen nicht nur die Filme, sondern stellen ihnen auch Unterrichtsmaterial zur Verfügung und kommen auf Wunsch zusammen mit unserem Partner myclimate für Impulslektionen in die Klasse, um so die Themen der Filme aufzugreifen und zu vertiefen. Am Hauptaustragungsort in Winterthur gibt es ein Podiumsgespräch mit Expertinnen und Experten zum Hauptthema des Festivals. Das Gespräch wird live an die anderen Standorte des Filmfestivals übertragen. Zudem wird das Festival von den Ausstellungen lokaler Nachhaltigkeits­ Pioniere umrahmt: Über 60 NGOs der Schweiz kommen zusammen und informieren über Handlungsoptionen, mit denen jeder Einzelne im Publikum ein nachhaltigeres Leben führen kann.

 

www.FILMEfürdieERDE.org
Quelle: Forum Nachhaltiges Wirtschaften

 



Ebenfalls lohnenswert: In 20 Minuten ist man mit der Bahn am Rheinfall bei Schaffhausen!



Der Kulturort Weiertal von Maja von Meiss

kuratiert von Dr. Kathleen Bühler

 

www.skulpturen-biennale.ch

 

Die kunstengagierte  Galeristin und Initiatorin Maja von Meiss präsentiert in diesem Jahr schon die 5. Biennale an ihrem Kulturort.

In Weiertal trifft Weltkunst auf Landschaft. 20 renommierte Schweizer Künstlerinnen und Künstler stellen auf 6000 qm Grünfläche aus.

Es sind Werke u.a von Thomas Hirschhorn, Pipilotta Rist, Olga Titus oder Bob Gramsma zu sehen.

In diesem Jahr setzen sich die eingeladenen Künstler mit dem Begriff  REFUGIUM- REFUGE –REFUGEE auseinander.

Von allen Seiten wird das Wort und seine unterschiedlichen Bedeutungen beleuchtet. Das Refugium lädt zur kritischen Beschäftigung mit dem Flüchtlingsproblem, der Klassengesellschaft sowie der priviligierten Lage in der Schweiz ein. Die Beiträge überzeugen in ihrer vielfältigen emotionalen und gedanklichen Annäherung an den Zustand des Ausgeschlossenseins, des Gejagt- und Beobachtetwerdens, sowie der existentiellen Verunsicherung.

 

“Die Biennale Weiertal zeigt eindrücklich, wie die Kunst immer wieder utopische Freiräume enthüllt. Sei es in der kritischen Auseinandersetzung , als emotional –spielerische Annäherung oder als poetisch- atmosphärische Verdichtung: Gegenwartskunst folgt einem utopischen Impuls, indem sie sich auf anteilnehmende Weise der schwierigen Aspekte des Ausstellungsthemas annimmt, und ungewöhnliche Sichtweisen darauf entwickelt. Durch ihren freien und unkonventionellen Umgang damit entfesseln die Künstler und Künstlerinnen das alltägliche Denken, das durch seine Konventionalität schnell an Grenzen stößt, und laden dazu ein, andere Zusammenhänge und neue Seiten zu erkennen. In solchen Momenten wird eine Utopie kuratiert. Die Ausstellung wird zu einem Ort der Kontemplation, der Reflexion und der Forschung  zu fundamentalen Fragen der menschlichen Existenz“.    

 

 



 

ZÜRICH / 25hours Langstrasse und Europaallee

 

Im 4. Bezirk, in der Langstraße, dem ehemaligen Rotlichtviertel Zürichs, setzt die  25hours Company mit ihrem zweiten Haus in Zürich schon den Trendpfeiler für die Zukunft, nämlich die angrenzende Europaallee bis 2020 zu einem urbanen Trendviertel zu machen.

 

Hier ein Foto aus dem Empfangsbereich des 25hours in Zürich, ebenfalls im Retro Chic der Fifties eingerichtet.

Empfangsbereich des 25hours in Zürich

Das 25hours ist, an einem sonnigen Sonntag im Juni, wie dem meiner Ankunft, vollbesetzt auf seiner Außenterrasse, und man sieht auch hier in der Langstraße, dass das Konzept aus Retro Chic, Work –Chill -Spaces , und Restaurant komplett aufgeht. Im 25hours Langstraße gibt es zudem noch eine Space für einen artist in residence, ein Konzept kuratiert und entwickelt von Esther Eppstein, als Betreiberin des message salon seit 20 Jahren in Zürich in Kunsträumen und in Kunstprojekten aktiv. Ein artists in residence Programm findet man als Bestandteil von Hotelkonzepten noch viel zu selten. Der jeweilige artist in residence wird einen Monat vom Haus eingeladen, und wird am Schluss seines Aufenthaltes ein Werk im Haus hinterlassen, wobei Esther Eppstein, wie sie mir versichert, Wert darauf legt, sowohl  unterschiedliche künstlerische Disziplinen, als auch unterschiedliche Ethnien und Nationalitäten einzuladen.

 

Weiteres zu Esther Eppstein: www.messagesalon.ch

 

Dem Charme der 25hours hotels bin ich schon in Berlin verfallen, und nun hier in Zürich in der Langstrasse fühle ich mich auch wohl. Gerade erst im Mai 2017 eröffnet, erlebe ich wieder den Spirit als sehr angenehm, denn die Mitarbeiter sind ausgesprochen sympathisch, offen und hilfsbereit. Auch hier habe ich das Gefühl , dem Haus wohnt ein verbindender Spirit inne, und man investiert viel ins Teambuildung. Das ganze Haus wirkt von der Außenfassade betrachtet sehr puristisch und klar. Im Inneren aber finden sich Erlebniswelten, Stilmixe und diverse Chillecken. Hier in Zürich ist natürlich auch der renommierte und wunderbare Verlag Kein und Aber vertreten mit einem kleinen integrierten Buchstore. https://keinundaber.ch

 

Überhaupt liebe ich die kleinen kreativen Akzente. Im Zimmer zum Beispiel steht noch eine alte Polaroid Kamera, mit der man, -das Inlay an der Rezeption erhaltend-, einen Tag die Kamera mitnehmen kann, und einfach noch mal mit diesem alten Verfahren Bilder herstellen kann. Nostalgie pur! Vermutlich ist man bewusster unterwegs bei diesem im Vergleich aufwendigen und teuren Verfahren. So weht durch das Haus ein Retrowind, sanft, unaufdringlich, da ja eingebettet in den hippen zeitgemäßen urban chic. Manchmal ist das Auge ob der vielen Anklänge und Anspielungen sogar überfordert, oder man muss mehrmals hinschauen, um die Details wahrzunehmen. Die Musikauswahl, die den Gast im NENI empfängt ist gekonnt, aber am Abend für meinen Geschmack etwas zu präsent. Eine Verabredung zum Gespräch kann dann leicht anstrengend werden, hier wäre es schön, diese etwas dezenter zu integrieren.

 

Die Europaallee/ Das Kulturhaus Opening im September 2017 

Im September 2017 eröffnet bereits das Kulturzentrum Europaallee, initiiert vom schweizer Filmemacher Samir und dem Sphères Chef Bruno Deckert.

 

Noch surren die Baukräne in dem Areal durch die Luft, gleichwohl schon hippe Stores sich angesiedelt haben. So ist die Atmosphäre auf der Europaallee selbst noch geprägt vom diesem in between Gefühl zwischen Baustaub und noch nicht richtig gemütlich. Aber überall sind  schon die Symbole einer zukunftsfähigen Stadtkultur dieses kommenden Trendviertels  sichtbar, wie das urban Gardening in runden Anlagen, sowie runde Chillecken aus Holz und Beton. Egal, wie der einzelne Besucher die Atmosphäre nahe des Bahnhofes aktuell noch empfindet, das Gesicht der urban transformation, des urbanen Wandels ist schon mehr als erahnbar.

 

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